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Symbolbild, junges Paar

Erste Schritte beim Architekten

Mit dem ersten Architekten-Treffen wird der Traum vom Eigenheim langsam konkret. Es steht Ihnen allerdings auch eine Zeit voller wichtiger Entscheidungen bevor. Ob das erste Treffen bei Ihnen Zuhause, im Büro des Architekten oder auf Ihrem Baugrund stattfindet, können Sie frei entscheiden. Bereiten Sie sich gut auf die Zusammenkunft vor, um das Gespräch proaktiv gestalten und die Planungen ohne Umwege in die richtige Richtung lenken zu können.

VORBEREITET INS ERSTE GESPRÄCH

Inspiration

Zum ersten Gespräch mit dem Architekten sollten Sie alle Ihnen vorliegenden Informationen über die Gegebenheiten mitbringen.

  1. Denken Sie bei der Planung eines Neubaus an einen Lageplan sowie die genauen Angaben zum Grundstück (Adresse und Katasterangaben).
  2. Topographische Angaben, Bemaßungen und eventuelle Baufenster ermöglichen es dem Architekten, sich ein relativ genaues Bild zu machen, bevor er das Grundstück vor Ort begeht.
  3. Sollte Ihnen ein Umbau vorschweben, denken Sie daran, Pläne des bestehenden Gebäudes zum ersten Treffen mitzubringen.
  4. Seien Sie sich im Klaren darüber, ob die Pläne dem aktuellen Baubestand entsprechen oder ob es bauliche Veränderungen gegeben hat, die nicht planerisch festgehalten wurden.

Die Überlegungen rund um Ihr Bauprojekt können bereits beginnen, bevor es richtig konkret wird:

  • Sammeln Sie zum Beispiel im Laufe der Zeit Fotografien und Ausschnitte aus Architekturmagazinen von Häusern, Materialien und Innenräumen, die Ihrem Geschmack entsprechen.
  • Sie können auch kleine Skizzen anfertigen, an denen sich Ihr Architekt orientieren kann.
  • Zusätzlich können Sie bereits realisierte Projekte des Architekten als Referenz nennen.
  • Geben Sie ihm auf jeden Fall die Möglichkeit, Sie besser kennenzulernen, um optimal auf Ihre Wünsche eingehen zu können.
  • Für jede Anforderung gibt es verschiedene Lösungsansätze. Je mehr Aspekte Sie im Vorfeld ansprechen, umso einfacher ist es für den Architekten, zu erfassen, welchen Weg er einschlagen sollte, um Sie Ihrem Traumhaus näher zu bringen.
  • Vielleicht haben Sie sich auch bereits Gedanken über technische und ökologische Aspekte gemacht. Sprechen Sie auch solche Punkte offen an, damit sie von Anbeginn in die Konzeption des Hauses mit einfließen können.

Das Raumprogramm

Als zukünftiger Bauherr sollten Sie zumindest eine vage Vorstellung davon haben, was Ihr neues Zuhause zu bieten haben sollte. Ganz bestimmt haben Sie sich bereits Gedanken über die Zahl der Schlaf- und Badezimmer gemacht oder wissen, wie viele Autos in der Garage Platz finden sollen. Damit Ihr Architekt einen Lebensraum ganz nach Ihren Bedürfnissen und Vorstellungen entwerfen kann, sollten Sie sich nicht scheuen, ein wenig über sich zu erzählen: Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt? Ist Nachwuchs geplant? Benötigen Sie zusätzliche Räume für einen Wellnessbereich oder einen Hobbyraum? Vielleicht gibt es in Ihrer aktuellen Wohnsituation etwas, worauf Sie auch in Zukunft nicht verzichten möchten, oder was  Sie dagegen als eher unpraktisch empfinden.

Möglicherweise entspricht der erste Entwurf noch nicht exakt Ihren Vorstellungen. Ist er jedoch nicht das komplette Gegenteil von dem, was Ihnen vorschwebt, ist das bereits die halbe Miete.

Ihr Rahmen

Als erstes sollten Sie den finanziellen Rahmen für Ihr Bauprojekt festlegen. Spielen Sie mit offenen Karten und bleiben Sie realistisch. Halten Sie nicht zu viel finanzielle Reserve zurück, denn sonst ärgern Sie sich im Nachhinein möglicher-weise darüber, dass Ihr Haus zu klein geraten ist. Gehen Sie aber auch nicht über Ihre finanziellen Möglichkeiten hinaus. Machen Sie sich zudem vorab Gedanken darüber, welches Budget Sie für die Innenausstattung einplanen möchten. Bei Änderungen des Projektes wird der Architekt Sie über die finanziellen Auswirkungen aufklären, ehe Sie entscheiden, diese abzusegnen oder wieder zu verwerfen.

Der Zeitfaktor sollte ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden: Muss der Bau innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens über die Bühne gehen, sollten Sie Ihren Architekten im Vorfeld über mögliche Deadlines unterrichten. Nur so kann er abschätzen, ob sich der Bau in dem vorgeschriebenen Zeitraum realisieren lässt.

Bleiben Sie offen für Vorschläge. Ihr Architekt kann Ihnen die Augen für etwas öffnen, was für Sie vielleicht im Verborgenen lag.

Der erste Entwurf

Nach einem intensiven Beratungsgespräch und der Baustellenbegehung wird der Architekt einen ersten Vorentwurf ausarbeiten. Auf Basis des Volumens, der Komplexität und dem Standard der gewünschten Materialien sowie der Ausstattung wird der Architekt eine grobe Kostenschätzung aufstellen. Besteht noch ausreichend finanzieller Spielraum, kann weiterer Gestaltungsfreiraum genutzt werden. Stellt sich jedoch heraus, dass Sie den Gürtel enger schnallen müssen, kann vor dem nächsten Planungsschritt über mögliches Einsparpotential diskutiert werden.

Zögern Sie nicht, dem Architekten bereits bei der Präsentation des Entwurfes Änderungswünsche mitzuteilen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, den Entwurf und die Darlegungen des Architekten einige Tage auf sich wirken zu lassen. Was Sie vielleicht nicht von Beginn an überzeugt oder mitgerissen hat, stellt sich nach ein bisschen Bedenkzeit möglicherweise als fantastische Idee heraus. Sollten Sie allerdings von Beginn an merken, dass die Chemie zwischen Ihnen und dem Architekten nicht stimmt, sollten Sie darüber nachdenken, sich nach einem anderen Architekten umzusehen. Bedenken Sie: Ihr Architekt wird Sie über einen sehr langen Zeitraum hinweg begleiten – vom Projektentwurf bis zur Fertigstellung Ihres Eigenheims. Machen Sie sich das Leben daher nicht unnötig schwer und entscheiden Sie sich für einen Architekten, der mit Ihnen auf einer Wellenlänge ist.

Der weitere Verlauf

Gehen Ihre Wünsche und der erste Entwurf in eine gemeinsame Richtung, steht der weiteren Planung nichts mehr im Wege. Durch das Erstellen eines Architektenvertrages werden sowohl Ihre Rechten und Pflichten, als auch die des Architekten festgehalten, sodass sich beide Seiten voll und ganz auf das Projekt konzentrieren können. Man darf Sie nun beglückwünschen: Sie sind nun offiziell Bauherr!

Außenansicht, modernes Gebäude Eingangsbereich Symbolbild, Frau schaut sich Grundrissplan an